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07.12.2018 NW Bünder Tageblatt


Wie Bienen leben

Museum: Bürgermeister Wolfgang Koch unterstützt Kampagne gegen das Bienensterben.
Das Projekt wurde in Bayern entwickelt und soll nun die Bünder sensibilisieren

Einsatz für eine gesunde Bienenenwelt:

Georg Strohbeck (v. l.), Michael Strauß, Hans-Dieter Stevens, Fred von Nago, Wolfgang Koch, Siegfried Lux und Hans Stelzer. Foto: Thorsten Mailänder

Bienen, Blumen und Bestäubung sind im Dezember eher seltener ein Thema. Hans-Dieter Stevens vom Imkerverein Bünde und Umgebung nutzt diese Zeit allerdings für ein intensives Werben zum Schutz der Bienen. Und er hat schon Unterstützer gewonnen.
Seit einigen Tagen stehen im Garten des Bünder Museums elf Informationstafeln rund um das Leben der Bienen. „Das Projekt wurde von Mitarbeitern der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft, Lehr-, Versuchs- und Fachzentrum für Milchviehhaltung Almesbach in der Oberpfalz entwickelt“, sagt Stevens. Auf den Schildern wird unter anderem beschrieben, welche Pflanzen von den Bienen bevorzugt angeflogen werden. Das Ziel: Die Menschen zu sensibilisieren und um mehr Verständnis für die Tiere zu werben.
Die Biene gilt als wichtiger Helfer zur Steigerung von Erträgen in der Landwirtschaft. „Die Aktion ist einzigartig in Nordrhein-Westfalen. Wir rufen dazu auf, dass die Landwirtschaft bienenfreundlich gestaltet wird“, fügt Stevens hinzu. Er zählt die reichlichen Produkte der Bienen auf.
Hierzu gehören nicht nur Honig oder der Bienenwachs. Der Jahresablauf aus Sicht der Imker und der Bienen wird in verständlicher Sprache und in Bildern erläutert. „Krankheiten sind zu 66 Prozent der Grund, warum Bienen sterben.

Nur 14 Prozent der Todesfälle sind auf Vergiftungen zurückzuführen“, sagt Stevens und verweist darauf, dass jeder etwas zum Wohl der Bienen beitragen kann. „Ich habe nichts gegen Steingärten, denn eine Topfblume darin reicht schon für die
Bienen“, sagt Stevens.
Die Dokumentation wird durch Bürgermeister Wolfgang Koch und Museumsleiter Michael Strauß aktiv unterstützt. Die Sparkasse Herford beteiligte sich ebenfalls an den Kosten.
Hans-Dieter Stevens lädt Kindergärten, Grundschulen und weiterführende Schulen zum Besuch des Lehrbienenpfads und der elf Lehrtafeln in den Museumsgarten ein. „Den jungen Leuten muss die Angst vor den Tieren genommen werden“, sagt Bürgermeister Wolfgang Koch. Das Bünder Stadtoberhaupt plädiert für das Aufstellen von selbst gebauten Insektenhotels.
Hans-Dieter Stevens reicht den Anwesenden zum Ende der Präsentation ein Scheibe Weißbrot mit Honig. „Schon ein Teelöffel Honig mit etwas Brot deckt den täglichen Vitaminbedarf einer Person ab. Kinder, die regelmäßig Honig essen, haben es in der Schule leichter“, wirbt Stevens intensiv für das süße Naturprodukt. Die Blütenvielfalt in den Städten sorgt dafür, dass Honig aus den Ballungsgebieten oft besser schmeckt, als Honig vom Land, wo es große Monokulturen wie Rapsfelder gibt.


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