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13.03.2019 WFB Bünder Zeitung


Oma geht auf Kreuzfahrt

Stock, Kittel, schwarze Schuhe:

Reminiszenzen des Alters, die heute nur noch einem Klischee entsprechen. Über den Wandel der älteren Generation, vor allem den der Großmütter, sprechen hier (von links) Bürgermeister Wolfgang Koch, Gleichstellungsbeauftragte Doris Bethke und Ehrenamtskoordinatorin Lina Deutermann vor der aktuellen Ausstellung im Rathaus-Foyer.

Ausstellung im Rathaus informiert über den Wandel des Alters Bärbel Hillebrenner

Bünde(BZ). Oma im schicken Kostüm statt im Kittel. Oma auf Kreuzfahrt statt im Schaukelstuhl. Oma auf Shoppingtour statt vor dem Herd. Zwischen Großmüttern früher und heute liegen Welten. Eine Ausstellung im Rathaus informiert über deren Wandlung.

»Meine Oma war immer eine adrette Frau. Und meine Mutter ist 88 und total engagiert«, sagt Bürgermeister Wolfgang Koch. Zur Eröffnung der Präsentation »Anders als früher meine Oma« kommen die Besucher ins Schwelgen. Jeder hat seine Erinnerung an die Großmütter der 50er, 60er oder 70er Jahre – verbunden mit vielen Klischees, die heute alle überholt sind. Heute warten die Seniorinnen nicht mehr aufs Altenheim, gehen nicht mehr in Puschen oder beige-grauer Kleidung. Heute ist ihr Terminkalender voll!

»Das Alter gilt heute als Zeit der Freiheit und der Lebensträume. Und noch nie wurden Frauen so alt wie heute, nämlich durchschnittlich 82«, sagt Doris Bethke. Die Gleichstellungsbeauftragte hat die Ausstellung ins Bünder Rathaus geholt. Zu oft werde Alter mit Gebrechlichkeit, mit Demenz und Pflegebedürftigkeit gleichgesetzt. Bethke: »Es gibt heute ganz andere Bilder vom Altern. Die Frauen haben Mut zur Farbe, gehen auf Reisen, sogar allein, und sind vielfach unabhängig von ihren Partnern.« Heute, so ergänzt der Bürgermeister, nähmen Frauen eine andere Rolle in der Gesellschaft ein.





Die Stadt Bünde habe gerade für die Senioren zahlreiche Angebote, auch deshalb, um Problemen durch eine Vereinsamung entgegen zu wirken.

Mit der Präsentation im Rathaus-Foyer sollen neue Wege durchs Alter aufgezeigt werden. Im Mittelpunkt stehen vier Frauen, die von ihrem Glück, ihren Plänen und Wünschen, ihrem Alltag und ihren Möglichkeiten erzählen. Sie sprechen von Liebe und Freundschaft, von Jugendlichkeit und Verlusten. Wenngleich die Infotafeln sehr textlastig sind, bieten sie dem Leser doch Anlass, sich der Rolle im Alter – auch der eigenen – bewusst zu werden.

Ist das Alter nur eine Zahl oder fängt es tatsächlich mit der Rente an? Wie will ich wohnen, was will ich machen, welche Wünsche habe ich noch? Will ich in meiner Freizeit auf die Enkel aufpassen oder doch endlich die Karibik-Kreuzfahrt antreten? Will ich zu Hause vor dem Fernseher sitzen oder zum Yoga gehen? Über all diese und andere Fragen können Besucher einer Veranstaltung diskutieren, die an diesem Freitag, 15. März, um 14 Uhr im Rathaussaal beginnt: »Alte Frauen gestern und heute« ist das Thema eines Vortrags der Historikerin und Kuratorin der Ausstellung, Dr. Kirsten Plötz. Der Nachmittag bietet Rentnern und jung Gebliebenen ausreichend Gelegenheit, sich auszutauschen .