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15.11.2018 WFB Bünder Zeitung


»Erinnerungen dürfen nicht verschwinden«

Zum Volkstrauertag:

Emma Schöbel (vorne) präsentiert eins der Teelichter, die die Besucher mitnehmen dürfen. Foto: Jan Gruhn

Fünf Jahre nach Flaggen-Streit: Realschule Bünde-Mitte beteiligt sich an Gedenkstunde zum Volkstrauertag

Bünde (BZ/jmg). »Ein Neuanfang«, so nennt es Lehrerin Gisela Ebeling. Zusammen mit Organisator Sven Kampeter, Bürgermeister Wolfgang Koch und sieben Zehntklässlern der Realschule Bünde-Mitte lädt sie für Sonntag, 18. November, ans Ehrenmal an der Hochstraße ein. Dort soll ab 11.30 Uhr erstmals wieder eine größere Gedenkstunde zum Volkstrauertag abgehalten werden.

Ein Neuanfang ist es deswegen, weil nach 2013 nur noch kleinere Gedenkfeiern abgehalten wurden. Grund dafür war eine Reichskriegsflagge, die die Marinekameradschaft zur Veranstaltung am Nordring mitgebracht hatte. In Folge der anschließenden Debatte hatte Thorsten Kröger, der die Gedenkveranstaltungen lange organisiert hatte, seinen Rückzug verkündet. »Was gewesen ist, ist gewesen«, sagt Sven Kampeter – für ihn ist der Vorfall abgehakt. Die Marinekameradschaft werde sich an der Gedenkstunde am Sonntag zwar nicht beteiligen, aber dafür andere Ennigloher Vereine: die Schützengesellschaft, die Turngemeinde, die Garten- und Blumenfreunde Ennigloh-Muckum sowie der Förderverein Ennigloh aktiv.

Erst vor drei Wochen war die Entscheidung gefallen, die Veranstaltung in diesem Jahr wieder größer aufzuziehen, erklärt Kampeter.





Ziel sei es, für das kommende Jahr wieder so etwas wie eine zentrale Gedenkfeier auf die Beine zu stellen. »Ich bin sehr froh, dass sich die Realschüler wieder beteiligen«, sagt Bürgermeister Koch. »Bei den letzten Veranstaltungen fehlte einfach die passende Atmosphäre«, ergänzt Ebeling.

Und dafür wollen Paula Buddenberg, Rene Kröger, Sanina Rinke, Emma Schöbel, Maik Schwarz, Mika Sewing und Lilly-Lotte Stratmann sorgen. Die Realschüler haben sich mit den Themen Krieg und Gewalt auseinandergesetzt. So haben sie zum Beispiel ausgerechnet, dass im Zweiten Weltkrieg durchschnittlich 1045 Menschen pro Stunde sterben mussten. »Es ist wichtig, dass wir uns damit beschäftigen«, sagt Lilly-Lotte Stratmann. »Denn es wird bald keine Zeitzeugen mehr geben.« Sanina Rinke: »Die Erinnerungen dürfen nicht verschwinden.«

Mit ihren Worten wollen die Schüler auch Bezug zur aktuellen politischen Situation nehmen – zum Beispiel auf die rechte Demo, die am Wochenende in Bielefeld stattfand. Für die Teilnehmer der Veranstaltung wird es zudem ein kleines Andenken geben: ein Teelicht auf Papier. Darauf ist ein Zitat vom ehemaligen Bundeskanzler Willy Brandt zu lesen: »Frieden ist nicht alles, aber ohne Frieden ist alles nichts.«