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05.05.2015 WFB Bünder Zeitung


Tierheim öffnet Pforten

Kümmern sich um das Wohlergehen von Hunden und Katzen (von links) Renate Siekkötter (Vorsitzende des Tierschutzvereins Herford), Bündes Bürgermeister Wolfgang Koch sowie Tierheimleiterin Kathrin Sander mit »Franky«, Tierpfleger Christian Metz mit »Dexter« und auch Jens Wippermann, von der Sparkasse Herford als Sponsorpartner des Tierheimes. Foto: Siegfried Hus

Bünde (us). Zweimal im Jahr öffnet das Tierheim in Bünde-Ahle seine Pforten: am ersten Sonntag im Mai und und dann noch einmal zum Welttierschutztag, der am ersten Oktobersonntag weltweit begangen wird. »Das ist für uns eine gute Tradition«, erklärte Renate Siekkötter, Vorsitzende des Tierschutzvereins Herford, der Träger des Tierheims ist. Einige hundert Tierfreunde
nutzten am vergangenen Sonntag die Gelegenheit, um sich vor Ort ein Bild von der Arbeit des Tierheims und seinen Bewohnern
zu machen. »Derzeit werden von uns etwa hundert Katzen, acht Hunde und zwei Kaninchen gepflegt und betreut«, informierte
Renate Siekkötter. Und: »Was hier geleistet wird, ist getragen von den etwa 300 Mitgliedern.« Viele davon würden sich ehrenamtlich einbringen. Und zu tun gibt es reichlich. So hatten Tierheim-Mitarbeiter und Vereinsmitglieder verschiedene Stände organisiert – auf die Besucher warteten ein Bücherflohmarkt, eine Tombola mit 600 Preisen und vielfältige vegetarische und vegane Essensangebote. Darüber hinaus stellte sich die Bünder Hundeschule »DogSchool an der Elsemühle« vor, die unter
anderem darauf spezialisiert ist, schwierige Hunde zu erziehen. Auf zwei Themen gingen die Tierschützer am vergangenen
Sonntag besonders ein. Das war zunächst die Überarbeitung des Jagdgesetzes durch die nordrhein-westfälische Landesregierung. Renate Siekkötter: »Neben dem Verbot von Totschlagfallen und dem Abschuss von Hauskatzen soll auch die Baujagd mit Hunden auf Füchse und Dachse künftig untersagt sein. Der Deutsche Tierschutzbund und der Landestierschutzverband NordrheinWestfalen loben diesen Durchbruch, wenngleich noch mehr Tierschutz nötig gewesen wäre.

So sollten auch ein Abschussverbot für Hunde eingeführt und Waldtierarten, bei denen keine ökologische Notwendigkeit
zur Bejagung besteht, wie etwa Dachs oder Elstern, von der Liste jagdbarer Arten gestrichen werden.« Aber auch mit den
neuesten Trends vegetarischer und veganer Ernährung setzten sich die Tierschützer auseinander. So tritt der Tierschutzverein
Herford für weniger Tierschlachtungen ein. »Denn ein Drittel der weltweiten Getreideernte wird an Nutztiere verfüttert«, sagte Renate Siekkötter und fügte hinzu: »Es würde weltweit kein Hunger herrschen, wenn sich die Menschen mehr von Getreide ernährten. Jeder Bundesbürger isst im Schnitt 1,2 Kilogramm Fleisch pro Woche. Empfohlen werden um die 500 Gramm. Und ganz vegetarisch lebt es sich sogar am gesündesten. Denn übermäßiger Fleischkonsum führt zu Volkskrankheiten wie Übergewicht, Diabetes, Bluthochdruck, Herzkreislauferkrankungen und verschiedene Krebsarten.« Daher solle mit dem Tag der
offenen Tür durch entsprechende Essenangebote auch für eine bewusste und vegetarische Ernährung geworben werden.
Sorgen bereitet dem Verein sowie dem Tierheim der Mindestlohn. Im Tierheim sind derzeit drei Ganztagskräfte sowie zwei Teilzeitmitarbeitende und ein Minijobber hauptberuflich beschäftigt. Finanziert wird die Tierheimarbeit zu 25 Prozent von den Vertragskommunen Bünde, Enger und Hiddenhausen sowie anteilsweise der Stadt Herford. Aber 75 Prozent müssen durch Mitgliedsbeiträge, Spenden und Erlöse aus so einem Tag der offenen Tür aufgebracht werden. Renate Siekkötter: »Das ist ein schwieriger Job!«


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