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16.03.2015 WFB Bünder Zeitung


Rathaus fest in Elternhand

Am 6. Oktober vergangenen Jahres ist Phillip-Benjamin Schuster geboren worden und blickt noch sehr verträumt in die Welt. Seine Eltern Monika und Eduard waren wie viele andere Elternpaare zur Neugeborenenbegrüßung gekommen. Foto: Rainer Grotjohann

Auch die 17. Neugeborenenbegrüßung findet großen Zuspruch

Bünde(BZ). »Wir brauchten mehr Aufzüge«, hält eine Mitarbeiterin der Stadtverwaltung fest. Stimmt, zumindest an diesem Samstag. Denn zur Neugeborenenbegrüßung kommen die stolzen Eltern mit Kinderwagen. Und die schleppt freiwillig kaum jemand in den ersten Stock des Rathauses.
Von Rainer Grotjohann
Stau am Lift und Gedrängel im kleinen und im großen Sitzungssaal sowie auf den Fluren davor: Knapp 130 Elternpaare mit ihren Neugeborenen hat die Verwaltung eingeladen – und fast alle scheinen gekommen zu sein. Dass es »nur« 129 kleine Neubürger sind. liegt an der verkürzten Zeitspanne. Berücksichtigt worden sind aus terminlichen Gründen (Kommunalwahl 2014) die Kinder, die vom 1. Oktober 2014 bis 14. Februar 2015 auf die Welt kamen.
Und ein Kindergartenchor begrüßt sie mit dem Lied »Wir sind die Kinder, die Kinder dieser Welt, und wir dürfen sagen, wenn uns was nicht gefällt!«. Ein Neugeborener muss das verstanden haben, ihn hat der Gesang aus tiefem Schlummer gerissen. Mit lauten Gebrüll teilt er mit: »Das gefällt mir gar nicht!«. Den anderen aber hat es gefallen. Es gibt viel Beifall und kleine Präsenttüten, unter anderem überreicht von Bürgermeister Wolfgang Koch.
Er ermutigt die jungen Eltern, die Hilfs- und Beratungsangebote anzunehmen, die es in der Stadt gibt. Das sind nicht eben wenige, viele Institutionen, Vereine und Beratungsstellen präsentieren sich auf den Fluren mit Informationsständen.




Die Palette reicht von einer Logopädiepraxis über mehrere Kindertagesstätten, das Bildungswerk der Arbeiterwohlfahrt, den Kinderschutzbund und das Diakonische Werk bis zum Bündnis der Tagesmütter und – nicht zu vergessen – das städtische Jugendamt. Dessen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben die Großveranstaltung organisiert und auch an diesem Vormittag alle Hände voll zu tun.
Nun gibt es die Neugeborenenbegrüßung schon seit 2007, seitdem bemüht sich die Verwaltung den Eltern Neugeborener einen Überblick über die Betreuungs- und Hilfsangebote vor Ort zu verschaffen, und das in ungezwungener Atmosphäre.
Die Stadt Bünde hat damit gewissermaßen eine Vorreiterrolle übernommen. Denn erst seit 2012 besteht ein gesetzlicher Auftrag an alle Jugendämter, Eltern über »Unterstützungsangebote in Fragen der Kindesentwicklung« zu informieren.
Bürgermeister Koch meint dazu: »Auch dem Gesetzgeber ist bewusst, dass die Zeit nach der Geburt eines Kindes nicht immer nur schön, sondern manchmal auch schwierig für die jungen Eltern sein kann.« Dem will im großen Sitzungssaal niemand widersprechen, einige Eltern sehen etwas übermüdet aus...