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21.08.2015 NW Bünder Tageblatt


Ein Fest der Annäherung

Verbindungen auf der Riesenrutsche:

DRK-Leiter Sven Kampeter, Bürgermeister und Vorsitzender des DRK-Kreisverbands Herford-Land Wolfgang Koch sowie Landesrotkreuzleiterin Tanja Knopp und Sören Ledig (stellv. Jugendrotkreuzleiter, oben) mit Kindern aus Ahle, Holsen und der Flüchtlingsunterkunft. Foto: Gerald Dunkel

Rund 100 Erwachsene und Kinder aus Ahle und Holsen besuchten das Spielplatzfest vor der Flüchtlingsunterkunft

Bünde (ged). Es kann sicher als ein Fest der Annäherung bezeichnet werden, was das DRK Bünde und die Stadt gestern vor der Flüchtlingsunterkunft, der ehemaligen Grundschule Ahle, veranstaltet haben. Etwa 100 Erwachsene und Kinder aus Ahle und Holsen kamen, um gemeinsam mit den Kindern zu spielen, die mit ihren Eltern aus ihrer Heimat geflüchtet sind, um in Deutschland Asyl zu beantragen. Aber auch unter den Erwachsenen selbst gab es Gespräche, soweit die Verständigung klappte. Hier und da engagierten sich Dolmetscher und halfen, die Sprachbarrieren zu überwinden.

"Ich finde es gut, dass man die Möglichkeit hat, sich auch persönlich Kontakt einen Eindruck zu verschaffen", sagt Nadine Reisener aus Holsen. Die Mehrheit der Einwohner stehe der Situation offen gegenüber, so eine Frau aus Ahle. Die Kinder sahen gar keine Hemmnisse und tobten und spielten mit den Kindern aus der Flüchtlingsunterkunft auf dem Spielplatz, der Riesenrutsche und der Rollenrutsche des Spielmobils.
Auch Anwohnerinnen und Anwohner, die anfangs sehr kritisch auf die Einrichtung reagierten, sagten,






dass sie sich mit der momentanen Situation arrangiert hätten und ihre anfänglichen Bedenken zumindest nicht mehr in jenem Maße vorhanden seien.

Dennoch hätten sie zeitweise noch ein "flaues Gefühl". Eine Mutter schildert, dass ihre Kinder sich nicht zur Bushaltestelle getraut hätten, weil die Bank dort oft von einer Gruppe Männern besetzt gewesen sei. Sie bat den Sicherheitsdienst, diesen Männern die Situation aus Sicht der Kinder klarzumachen. "Das hat gut geklappt. Ich war positiv überrascht", sagt sie. Sicher habe es große Skepsis gegeben, weil die neue Situation so plötzlich gekommen sei, so eine andere Anwohnerin der Schierholzstraße. Und so ganz sei diese Skepsis auch noch nicht verflogen, das werde noch etwas Zeit brauchen. Aber das Spielplatzfest hätte schon einen Teil dazu beigetragen, "gedankliche Barrieren" abzubauen.

Und letztlich dauerte das Fest gestern auch länger, das ursprünglich nur bis 17 Uhr geplant war.

© 2015 Neue Westfälische
11 - Bünde, Freitag 21. August 2015


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