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28.01.2015 WFB Bünder Zeitung


Arbeitswelt zum Anfassen

Mit einem Informationsstand sind auch in diesem Jahr die Kreispolizeibehörde und die Bundespolizei vertreten.

18. Bünder Ausbildungsplatzbörse am 6. Februar in der Stadthalle

Bünde(hr). 150 Ausbildungsberufe und mehr als 100 Unternehmen und Institutionen in nur vier Stunden kennenlernen? Möglich ist das auf der Ausbildungsplatzbörse im Bünder Stadtgarten. Die wird am 6. Februar von 13 bis 17 Uhr bereits zum 18. Mal veranstaltet.
Jugendlichen bietet die Ausbildungsplatzbörse die Chance, sich rechtzeitig über zahlreiche Lehrberufe zu informieren. Gleichzeitig ermöglicht die kreisweit größte Veranstaltung dieser Art erste persönliche Kontakte zwischen potenziellen Arbeitgebern und Auszubildenden. So sieht es auch Bündes Bürgermeister Wolfgang Koch. »Es handelt sich natürlich um eine Infobörse. Aber in erste Linie dürfte hier der persönliche Kontakt zählen«, betont Koch.
Mehr als 100 Unternehmen und Institutionen aus ganz Ostwestfalen-Lippe und zum Teil aus dem Raum Osnabrück stellen sich auf der Ausbildungsplatzbörse vor. Das Interesse an der jährlich von der Stadt Bünde in Kooperation mit der Initiative »Wirtschaftsstandort Kreis Herford« (IWKH) und der Agentur für Arbeit Herford ausgerichteten Ausbildungsplatzbörse ist groß – Tendenz beharrlich steigend. »Die Anmeldungen und Vorbereitungen sind abgeschlossen, wir sind seit Längerem voll ausgebucht«, sagt der Bünder Wirtschaftsförderer Hartmut Bokel. In diesem Jahr seien acht neue Unternehmen vertreten – unter anderem die in Bünde ansässigen Westfälischen Lebensmittelwerke Lindemann, die Glaswerke Haller aus Kirchlengern und »Modersohn Stainless Steel« aus Spenge.
Jetzt gehe es an die Feinplanung, an die Hallen- und Raumbelegung, so Bokel. »Das Einzugsgebiet wächst Jahr für Jahr, immer mehr auswärtige Firmen wollen sich hier bei uns präsentieren.« Nicht alle können am Ende ihren Stand im Stadtgarten aufbauen, denn mit etwas mehr als 100 Teilnehmern sei Schluss. »Wir könnten theoretisch noch viele weitere Aussteller berücksichtigen, das Interesse ist da, aber wir haben uns bereits vor einigen Jahren für eine Kapazitätsgrenze entschieden, um das qualitative Niveau der Veranstaltung zu wahren«, sagt der Wirtschaftsförderer.
Mit dabei ist selbstverständlich auch die Berufs- und Studienberatung der Agentur für Arbeit »Wir gehen mit den jungen Menschen verschiedene Wege, um sie bei der Berufswahlentscheidung zu unterstützen.




Dazu gehört auch die Bünder Ausbildungsplatzbörse«, betont Frauke Schwietert, Leiterin der Agentur für Arbeit in Herford. Und: »Eine Berufsausbildung ist die beste Möglichkeit, um im Berufsleben Fuß zu fassen – und auch die beste Absicherung gegen die Arbeitslosigkeit.« Derzeit gebe es im Kreis noch etwa 800 offene Ausbildungsstellen.
Nicht nur das Einzugsgebiet habe sich im Lauf der Jahre ausgedehnt und somit verändert, auch das Verhältnis zwischen potenziellen Auszubildenden und Ausbildern sei merklich gekippt, die Prioritäten haben sich verschoben, sagt Bokel. »War die Ausbildungsplatzbörse noch vor einigen Jahren primär eine Plattform für Schulabgänger, die nach geeigneten Lehrstellen Ausschau hielten, steht heute die Unterstützung der Unternehmen im Vordergrund, geeignete Auszubildende zu finden – besonders in den weniger bekannten Branchen«, erklärt Bokel. Gerade handwerkliche Betriebe würden »händeringend geeignete Auszubildende« suchen. Daher, so Bokel, müssen die Unternehmen und Betriebe heutzutage auch »in die zweite Reihe« schauen. »Viele Firmen können es sich einfach nicht mehr leisten, auf Bewerber zu warten oder nur Kandidaten mit den besten Schulnoten zu nehmen.« Und auch hier zeige sich die Stärke der Ausbildungsplatzbörse, die ja sowohl eine Informations- als auch eine Kontaktbörse sei und das persönliche Gespräch zwischen Jugendlichen und Personalverantwortlichen ermögliche. »Hat der Schüler einen guten persönlichen Eindruck hinterlassen, kann das bei einer späteren Bewerbung möglicherweise wichtiger sein als sein Notendurchschnitt auf dem Zeugnis.« Der demographische Wandel zwinge die Betriebe bei ihrer Bewerberauswahl zum Umdenken. »Denn die sinkenden Schülerzahlen führen zu sinkenden Bewerberzahlen«, bringt es Bokel auf den Punkt. Auf der anderen Seite sei die Fixierung vieler Jugendlicher auf eine relativ kleine Anzahl populärer Berufe, wie Kfz-Mechatroniker oder Kauffrau im Einzelhandel, ein Problem für diejenigen Unternehmen, die in anderen, ebenso attraktiven und zukunftsfähigen, aber unbekannteren Sparten ausbilden. Die Veranstalter rechnen erneut mit einer starken Resonanz. Mehr als 1000 Schüler aus dem gesamten Kreisgebiet und darüber hinaus strömen jährlich zur Ausbildungsplatzbörse in den Bünder Stadtgarten.


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