Startseite | Kontakt | Impressum | Bürgersprechstunde | Datenschutzerklärung

Bürgerschaftliches Engagement stärken!

Der ehrenamtliche Einsatz vieler Menschen in Fördervereinen, Sportvereinen, Kirchen, Feuerwehren und viele andere selbstlose Aktivitäten zeigen, dass es eine große Bereitschaft gibt, sich gemeinnützig zu engagieren. Die Betätigungsfelder sind so unterschiedlich wie die Menschen in unserer Stadt.
Diese Bereitschaft bietet ein enormes Potential, das wir für die Menschen in Bünde nutzen können.

Ehrenpreis des Bürgermeisters

Im Jahr 2010 habe ich zum ersten Mal eine Auszeichnung für besonderes ehrenamtliches Engagement in Bünde verliehen. Seitdem wird jedes Jahr eine Person, stellvertretend für eine gemeinnützige Organisation, geehrt.

Sie erhält eine Urkunde, einen Blumenstrauß und zwei Freikarten für das Neujahrskonzert der Stadt Bünde. Die gemeinnützige Institution, für die die geehrte Person tätig ist, erhält aus meinen persönlichen privaten Mitteln einen Betrag in Höhe von 1.000,-- €.

Sollte die geehrte Person nicht für eine einzige gemeinnützige, mildtätige oder kirchliche Organisation im Sinne der §§ 52 bis 54 der Abgabenordnung tätig sein, kann sie die Organisation benennen, die den Betrag erhalten soll. Benannt werden können ausschließlich Organisationen, die durch Bescheid des Finanzamtes als besonders förderungswürdig im Sinne der §§ 51 ff. AO anerkannt sind.
Vorschläge können von jedermann gemacht werden; die Auswahl werde ich treffen. Ein Rechtsanspruch auf die Zahlung besteht nicht. Der Preis kann auch gesplittet werden. Die Verleihung erfolgt zum Ende des Jahres.


4. Bünder Ehrenpreis

Bewegungsfreude steht im Mittelpunkt

Für guten Zweck:

Am 24-Stunden-Lauf rund um die Else nahmen mehr als 1.000 Läufer teil. ARCHIVFOTO: BJÖRN KENTER

Ehrenpreis des Bürgermeisters geht an Karsten Könemann / Bünder Arzt organisiert Volksläufe

VON DIETER SCHNASE

Bünde. Lange hat sich Bündes Bürgermeister Wolfgang Koch Gedanken darüber gemacht, wem er - nach der Anadolu-Stiftung 2012 - in diesem Jahr den Ehrenpreis für ehrenamtliches Engagement überreichen solle. Dann fiel die Wahl nicht mehr schwer: "Volksläufe sind eine tolle Sache", so Koch - vor allem, wenn sie neben dem gesundheitlichen Aspekt noch einem guten Zweck dienen. Sie erforderten aber einen großen organisatorischen Aufwand. Wer wüsste das besser als Dr. Karsten Könemann, Initiator der Läufe, der die Auszeichnung gestern im Rathaus erhielt.

Ausschlaggebend für die Wahl sei der 24-Stunden-Benefizlauf "Mit Else läuft?s" Ende Juni gewesen, der großen Zuspruch gefunden habe. Mehr als 1.000 Läufer aus der Region machten sich wie berichtet auf den 2.200 Meter langen Rundkurs um die Else. Mit dabei auch der Bürgermeister und Dr. Karsten Könemann sowie seine Gattin Gabriele, ebenfalls Ärztin. Der erste Benefizlauf dieser Art übertraf in mehrfacher Hinsicht die Erwartungen der Veranstalter: 21.000 Euro konnten am Schluss für ein Projekt mit Straßenkindern in Berlin übergeben werden.

Stellvertretend für die zahlreichen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer konnten die Eheleute Könemann die zum Geldpreis (1.000 Euro) gehörende Urkunde entgegennehmen. "Das Kunstwerk ,Kraut? auf dem Deckblatt stammt übrigens von Julia", erklärte Wolfgang Koch. Wer es nicht wissen sollte: es handelt sich um seine Tochter Julia Sophia.

Karsten Könemann, der seit mehr als einem Jahrzehnt mit dem "Gesund-beginnt-im-Mund-Team" regelmäßig Volksläufe veranstaltet - zuerst in Randringhausen, dann in Klosterbauerschaft - hob drei Aspekte hervor:





Im Rathaus habe er stets offene Türen gefunden, dafür dankte er der Verwaltung. "Der Gesetzgeber macht erhebliche Auflagen." Viele Probleme hätten bereits im Vorfeld geklärt werden können.

Ehrenamtliches Engagement gebe es mehr in der Bevölkerung mancher vermute. In die Organisation des Benefizlaufs seien 120 bis 150 Leute eingebunden gewesen. Auch der Rotary Club, dem er wie seine Frau angehörten, habe sich mit seiner Jugendorganisation und dem Inner-Wheel-Club stark engagiert. Und ohne Vereine wie den BTW und BSV, die Bäder GmbH und Firmen wie Fretthold und Grotemeier wäre seinen Worten nach eine solche Veranstaltung ebenfalls nicht möglich.

Volksläufe sind für Könemann "Win, Win, win"-Veranstaltungen. Einige Teilnehmer des Benefizlaufes seien 180 Kilometer gelaufen und dann noch das Treppchen hochgesprungen. Gelenke würden sich nicht abnutzen, weil man sie benutze. "Die meisten Gelenke sterben auf dem Sofa", mahnte Könemann all die, die es sich mit Chips vor dem Fernseher bequem machten. Leider auch viele Jugendliche, die stundenlang am Computer verbringen würden. Statt Gewinnern gebe es in Sachen Gesundheit dort nur Verlierer.

Wichtig ist ihm auch der Spaß in der Gemeinschaft, zum Beispiel bei den Volksläufen.

Der nächste Benefizlauf ist am 21./22. Juni 2014 an der Else. Näheres auf der Webseite www.24std-buen.de

© 2013 Neue Westfälische
11 - Bünde, Donnerstag 05. Dezember 2013

Ehrenpreis geht an Ehepaar Könemann

Bürgermeister Wolfgang Koch (rechts) mit dem Ehepaar Könemann. Foto: Grotjohann

1000 Euro für ein Kinderhilfsprojekt

Von Rainer Grotjohann
Bünde(BZ). Alle Jahre wieder vergibt Bürgermeister Wolfgang Koch einen mit 100 Euro dotierten Ehrenpreis, aus seiner Privatschatulle. Vergeben wird er für besondere Verdienste im ehrenamtlichen Bereich. In diesem Jahr hat sich Koch für Karsten und Gabriele Könemann entschieden. Das Ehepaar nahm den Preis gestern im Rathaus entgegen – stellvertretend für das Team, das Ende Juni den ersten Bünder 24-Stunden-Lauf organisiert hatte. Das Geld wird auf das Konto einer Kinderhilfsorganisation eingezahlt.
Koch erinnerte daran, dass die Könemanns seit 14 Jahren den Volkslauf »Gesund beginnt im Mund« (mit)organisieren. Den Ausschlag für die Preisverleihung habe aber der 24-Stunden-Lauf gegeben. Der habe unendlich viel Arbeit bereitet, und – neben dem gesundheitlichen Aspekt – der Stadt einen Imagegewinn gebracht.




Mehr als 1300 Männer, Frauen und Kinder waren am 29./30. Juni an den Start gegangen, Bei der Benefiz-Veranstaltung kamen etwa 21 000 Euro zusammen.
Ohne die unbürokratische Hilfe der Stadtverwaltung, vor allem aber nicht ohne den Einsatz von bis zu 150 Helfern sowie die Unterstützung durch die großen Sportvereine, die Rotarier, den Inner Wheel Club und mehrere Firmen wäre die Großveranstaltung nicht möglich gewesen, sagte Karsten Könemann. Er nutzte die Gelegenheit zu einem leidenschaftlichen Plädoyer für den Breitensport. Und kündigte eine Zweitauflage des 24-Stunden-Laufs, wieder entlang der Else, für den Juni des kommenden Jahres an. Und wieder wird es ein Benefizlauf werden, wiederum für ein Kinderhilfsprojekt. Welches es sein wird, stehe aber noch nicht fest.

Weiterführende Links


3. Bünder Ehrenpreis

Viele helfende Hände

Bürgermeister Wolfgang Koch überreichte den Ehrenpreis an die Anadolu Stiftung. Avni Ates durfte sich bei dieser Gelegenheit stellvertretend für die Stiftung in das Goldene Buch der Stadt Bünde eintragen. Foto: Karina Leier

Bürgermeister Wolfgang Koch vergibt Ehrenpreis an die Anadolu Stiftung

Von Karina Leier
Bünde (BZ). Menschen zu helfen, die es dringend nötig haben, ist ihr Ziel und dafür wird sie nun belohnt. Die Anadolu Stiftung Bünde erhält von Bürgermeister Wolfgang Koch den Ehrenpreis des Bürgermeisters.

Zum dritten Mal hat Koch nun diese Auszeichnung für besonderes ehrenamtliches Engagement in Bünde vergeben. Diesmal hat er ganz bewusst eine Organisation gewählt, die zwar sehr viel Gutes tut, aber noch nicht so bekannt ist. »Die Anadolu Stiftung gibt es schon seit dem Jahr 2002 und besteht aus 150 Mitgliedern«, sagte er.
Die Arbeit der Stiftung besteht vor allem darin, Kranken und Behinderten mit Sachgegenständen unter die Arme zu greifen. »Wir unterstützen sie mit Gehhilfen, Rollstühlen und sogar Brillen«, berichtete Avni Ates, der als erster Vorsitzender des Vereins den Ehrenpreis entgegen nahm. Unterstützt werden vor allem Menschen in der Türkei und in dritte Welt Ländern. »Aber auch in Bünde sind wir tätig. So hat das Gymnasium am Markt ein Mikroskop von uns bekommen«, sagte Ates.




Gegründet wurde die Stiftung von Azmi Tuncay, ehemaliger Türkischlehrer an der Bünder Haupt- und Gesamtschule. Seine Mutter habe lange Zeit nicht laufen können, und erst nach ihrem Tod habe er gemerkt, dass es Hilfen gegeben hätte. »Ich habe zu diesem Zeitpunkt nicht wahrgenommen, dass es Rollstühle und Rollatoren gibt. Erst nach ihrem Tod sind mir diese Dinge aufgefallen«, erzählte Tuncay. Um anderen Menschen zu helfen, sammelte er gebrauchte Rollstühle und Rollatoren ein und brachte sie in die Türkei. Schnell schlossen sich ihm mehr und mehr Menschen an und die Stiftung war geboren.
Heute unterstützt die Stiftung arme und behinderte Menschen in vielen Ländern. Sie fahren ganze Lkw-Ladungen in die betroffenen Gebiete und arbeiten mit anderen Hilfsorganisationen wie dem Hammer Forum zusammen. Dafür überreichte Bürgermeister Koch Avni Ates stellvertretend für die gesamte Stiftung eine Urkunde, tausend Euro und zwei Karten für das Neujahrskonzert in Bünde. »Ich möchte Ihre Arbeit damit honorieren und Ihnen Mut machen«, sagte Koch.
Artikel vom 04.12.2012

Auszeichnung für Anadolu Stiftung

Anerkennung:

Wolfgang Koch hält das Goldene Buch der Stadt, in das sich Avni Ates (r.) für den Verein eintrug. FOTO: SCHMIEDEKAMP

Bürgermeister verlieh Ehrenpreis an Hilfsverein für Bedürftige und Kranke

Bünde (ls). Zum dritten Mal verlieh Wolfgang Koch eine Auszeichnung für ehrenamtliches Engagement in Bünde. Dieses Jahr ging der Ehrenpreis an die Anadolu Stiftung, die sich seit 2002 für Bedürftige und Kranke in der ganzen Welt einsetzt. Die gemeinnützige Institution erhielt vom Bürgermeister aus seinen privaten Mitteln einen Betrag von 1.000 Euro. Avni Ates nahm als erster Vorsitzender den Preis stellvertretend entgegen und trug sich in das Goldene Buch der Stadt ein.

„Die Mitglieder der Anadolu Stiftung setzen sich überzeugend für ein menschenwürdiges Miteinander ein und unterstützen Menschen mit Behinderung, in Armut lebende Menschen und Katastrophenopfer auf der ganzen Welt“, so die Begründung von Koch.

Weltweit Menschen zu helfen, die schwere Schicksalsschläge erlitten haben und möglichst viele Bedürftige zu erreichen, sind Ziele des Vereins. Dazu gehört die Unterstützung von Hilfsorganisationen, ebenso wie die Stiftung von Lkw-Ladungen und die Organisation von Benefizveranstaltungen. Zum Vorstand gehören seit 2010 Avni Ates, Özer Gümüs, Giyasettin Ceylan und Mustafa Ergenekon. Zurzeit sind im Verein etwa 150 aktive Mitglieder.

„Wir spenden überall“, erklärt Avni Ates, „geben finanzielle Hilfen, aber auch Sachspenden wie Brillen, Rollstühle oder Krankenhausgeräte an Menschen, die sie benötigen.“ Dabei arbeitet der Verein mit Institutionen wie der Meller Tafel, der Lebenshilfe Lübbecke, dem Kinderhospiz Bielefeld oder dem Hammer Forum zusammen und beteiligt sich an der Aktion Lichtblicke.



In den zehn Jahren, seitdem die Stiftung aktiv ist, wurden schon mehr als 3000 Teile in viele Länder der Welt verschickt. Deutschland sei eine Wegwerfgesellschaft, oft würden kleine Reparaturen ausreichen, um Geräte wie Rollstühle wieder betriebsbereit zu machen, sagt Vereinsmitglied Ali Ihsan Bacaksoy. „Es ist noch nicht genug und es muss noch viel mehr gemacht werden“, so Özer Gümüs. „Wir freuen uns über die Auszeichnung.“ Bei der Preisverleihung war auch der Gründer der Anadolu Stiftung, Azmi Tuncay, anwesend. Viele Vereinsmitglieder waren Schüler bei dem ehemaligen Türkischlehrer in Bünde.

Eine Maßnahme, die in naher Zukunft umgesetzt werden soll, ist die Ausstattung einer Privatschule in Indonesien mit Tischen, Stühlen und Tafeln. Ein weiteres Ziel ist der Gewinn neuer Mitglieder. Denn die meisten seien berufstätig und hätten nicht genug Zeit, so Ates, „mit mehr Helfern können wir auch mehr erreichen.“

„Was Sie in der Zeit erreicht haben, ist bemerkenswert“, sprach Wolfgang Koch seinen Dank aus, „auch für Leute, die sich bisher noch nicht ehrenamtlich engagiert haben, soll der Preis eine Anregung sein.“

© 2012 Neue Westfälische
11 - Bünde, Dienstag 04. Dezember 2012


2. Bünder Ehrenpreis

Einfach nur die Hand halten

Bürgermeister Koch überreicht Agnes Klausing Blumen und Ehrenurkunde. Die 71-Jährige hat Krankenhaus-Pfarrer Hanno Paul sowie ihre Mitstreiterinnen Erika Wickenkamp, Helma Meier-Rau, Elsbeth Owermann, Ina Gaede, Brunhilde Distelhorst, Elisabeth Blaue, Marlies Schicke, Inge Breßer, Marie-Luise Hecker, Dorothea Cremer und Dörte Eckhoff mit ins Rathaus gebracht.

Agnes Klausing für die Hospizgruppe mit Ehrenpreis des Bürgermeisters ausgezeichnet
Von Rainer Grotjohann
(Text und Foto)
Bünde (BZ). Der von Bürgermeister Wolfgang Koch für außerordentliches ehrenamtliches Engagement gestiftete Ehrenpreis geht in diesem Jahr an die Hospizgruppe am Lukas-Krankenhaus.
Bürgermeister Koch überreicht Agnes Klausing Blumen und Ehrenurkunde. Die 71-Jährige hat Krankenhaus-Pfarrer Hanno Paul sowie ihre Mitstreiterinnen Erika Wickenkamp, Helma Meier-Rau, Elsbeth Owermann, Ina Gaede, Brunhilde Distelhorst, Elisabeth Blaue, Marlies Schicke, Inge Breßer, Marie-Luise Hecker, Dorothea Cremer und Dörte Eckhoff mit ins Rathaus gebracht.
Stellvertretend für die mehr als 40 Frauen und zwei Männer hat gestern Nachmittag Karola Klausing den Preis entgegen genommen. Er ist mit 1000 Euro dotiert und kommt aus der Privatschatulle des Bürgermeisters.
Vor 15 Jahren ist die Hospizgruppe gegründet worden, hat in dieser Zeit etwa 100 wechselnde Mitglieder gehabt und knapp 700 Menschen auf dem Weg in den Tod begleitet. Dass dieser Weg menschenwürdig gestaltet wird, ist das Hauptanliegen der Gruppe. Aber auch die Entlastung von Angehörigen und die Enttabuisierung der Themen Tod und Sterben sind Ziele der Ehrenamtlichen im Alter von 35 bis 75 Jahren.
Mit 71 Jahren gehört Agnes Klausing aus Rödinghausen zu den ältesten Frauen der Gruppe und zu den dienstältesten: Sie war von Anfang an dabei, hat etwa 50 Sterbebegleitungen hinter sich und bringt auch weiterhin die Kraft auf, diese Arbeit zu verrichten. »Wenn ein Mensch gestorben ist«, sagt die resolute Frau, »lasse ich das alles schon auf dem Weg vom Krankenhaus nach Hause hinter mir. Sonst könnte ich nicht weitermachen.«
Was so abgebrüht klingt, ist die (Selbst-)Schutzhaltung eines mitfühlenden Menschen. Andere Mitarbeiterinnen der Gruppe haben andere Methoden und Wege, mit der psychischen Belastung fertig zu werden. Aber es hat in den vergangenen Jahren auch viele gegeben, die mit dem Erlebten eben nicht fertig geworden sind.




Krankenhauspfarrer Hanno Paul: »Einige merken schon nach kurzer Zeit, dass sie sich überfordern. Aber es haben auch Helferinnen die Gruppe verlassen, die über lange Zeit aktiv dabei waren und nicht weitermachen konnten«.
Die regelmäßigen Gruppentreffen helfen dabei, das Erlebte zu verarbeiten. Was allen Mitarbeiterinnen besonders schwer fällt, wenn sie einen jungen Menschen in der letzten Phase seines Lebens begleitet haben. Oder sie Abschied von jemandem nehmen müssen, den sie über Wochen oder Monate betreut haben.
»Aber man wird auch beschenkt«, sagt eine der Frauen. »Die Sterbenden freuen sich, wenn wir kommen, wenn wir uns Zeit für sie nehmen.« Und dankbar sind auch die pflegenden Angehörigen, die für ein paar Stunden abschalten können.
Sterbebegleitung findet nicht nur im Krankenhaus statt. Auch in den Altenheimen und daheim werden Todkranke aufgesucht.
Wer noch reden will, tut dies. Anderen reicht es, wenn ihnen vorgelesen wird, wenn die Ehrenamtlichen nur still an ihrem Bett sitzen oder ihnen die Hand halten.
»Das ist eine Arbeit, deren Wert nicht hoch genug eingeschätzt werden kann«, sagte Koch gestern bei einer kleinen Feierstunde im Rathaus. Ihm gehe es darum, das Ehrenamt hervorzuheben, nicht nur in der Form, dass einzelne Personen oder Organisationen ausgezeichnet würden. Er will mit dem Ehrenpreis Menschen motivieren, die bislang noch nicht ehrenamtlich tätig sind. Im vergangenen Jahr, als der Preis erstmals vergeben wurde, war Doris Cloer, Vorsitzende des Kinderschutzbundes, stellvertretend für ihre Organisation ausgezeichnet worden.
Und wie Doris Cloer kann auch Agnes Klausing bald in der ersten Reihe sitzen - beim Neujahrskonzert der Stadt im Januar in der Stadthalle. Zwei Karten dazu hat ihr Wolfgang Koch gestern überreicht, mit einem Blumenstrauß und der Urkunde. Die ist von Kochs Tochter Julia gestaltet worden. Sie hat den Ehrenpreis gemalt, die gleichnamige Blume wohlgemerkt.

Artikel vom 06.12.2011

Ausgezeichnetes Ehrenamt

Stellvertretend für alle:

Bürgermeister Wolfgang Koch überreicht Agnes Klausing von der Hospizgruppe am Lukas-Krankenhaus eine Urkunde und Blumen für das ehrenamtliche Engagement der Gruppe. Klausing (71) ist seit 15 Jahren dabei. FOTO: GERALD DUNKEL

Bürgermeister Wolfgang Koch verleiht Ehrenpreis an Hospizgruppe am Lukas-Krankenhaus

VON ANNE WEBLER

Bünde. Die knapp 40 Mitglieder der Hospizgruppe begleiten Sterbende und ihre Angehörigen in den letzten Wochen, Stunden und Minuten ihres Lebens – und darüber hinaus. Für diese Arbeit hat Bürgermeister Wolfgang Koch der Gruppe gestern den Ehrenpreis für ehrenamtliches Engagement verliehen.

Dörte Eckhoff hat als Krankenschwester erlebt, wie Menschen alleine gestorben sind und dass in den letzten Stunden kaum jemand bei ihnen war. „Ich habe mir gewünscht, mehr Zeit für sie zu haben.“ Deshalb ist sie Mitglied in der Hospizgruppe des Lukas-Krankenhauses geworden. Die Gruppe arbeitet im Krankenhaus, in Altenheimen und bei den Menschen zu Hause.

Sie übernimmt keine Pflegedienste, sondern entlastet die Angehörigen und ermöglicht den Sterbenden ein würdiges Ende. Das kann darin bestehen, dass sie einfach nur da sind, am Bett sitzen, vielleicht die Hand halten. Zusammen ein Gebet sprechen, ein Lied singen. „Es geht darum zu spüren, was der Sterbende braucht“, sagt Eckhoff. Das lernen sie in den Einführungskursen, die jeder durchläuft, bevor er mit dem ersten Sterbenden konfrontiert werden. Zu spüren, was die Angehörigen brauchen. „Wenn wir da sind, können die Angehörigen mal eine Nacht durchschlafen.“ Sie können einkaufen gehen, zum Frisör.

„Die Begleitung reicht von nur ein paar Stunden, der Sterbesituation, bis zu mehreren Monaten“, sagt Pastor Hanno Paul, der die Hospizgruppe leitet. Ein Mann hatte seine Frau verloren und keine Angehörigen, die mit zur Beerdigung hätten kommen können. Ihn begleitete eine Mitarbeiterin der Hospizgruppe. Im Altenheim war jemand sehr unruhig und viel ruhiger, wenn jemand da war.





Also saß 24 Stunden pro Tag ein Mitarbeiter der Hospizgruppe an seinem Bett. Manchmal wird ein Patient aus dem Krankenhaus entlassen, um zu sterben. Ihn oder sie begleitet ein Mitglied der Gruppe über Wochen, manchmal Monate.

Knapp 40 Frauen und zwei Männer engagieren sich in der Hospizgruppe. 650 bis 700 Menschen haben sie in 15 Jahren begleitet, 40 bis 50 Sterbende im Jahr. Mehr als 100 Leute haben die Gruppe durchlaufen und festgestellt, dass es für sie nichts ist, Sterbende zu begleiten. „Einige sagen nach zwei Mal: das hat mich an meine Grenzen gebracht, ich möchte nicht mehr, andere nach Jahren“, sagt Hanno Paul.

Jeden ersten Sonntag im Monat bietet die Gruppe das Wandern für Trauernde an. Im Schnitt gehen 15 Leute mit. Sie sind zwischen 40 und über 80 Jahre alt. Manche möchten über ihre Trauer reden, andere nicht. „Manche weinen einfach. Alle die mitlaufen verstehen das.“

„Sie machen eine Arbeit, die Kräfte verlangt“, sagt Wolfgang Koch. Die Sterbebegleitung sei eine Aufgabe, die „gar nicht hoch genug einzuschätzen ist“. Stellvertretend für die Gruppe überreichte Wolfgang Koch Agnes Klausing eine Urkunde und zwei Karten für das Neujahrskonzert der Stadt Bünde. 1.000 Euro aus seinem Privatvermögen hat er bereits überwiesen. „Mit dem Preis möchte ich das Ehrenamt hervorheben, um Menschen zu motivieren, sich auch ehrenamtlich zu engagieren.“ Koch hat die Auszeichnung im vergangenen Jahr ins Leben gerufen. Als erste ehrte er Doris Clöer, 1. Vorsitzende des Kinderschutzbundes Bünde, für ihr Engagement.

© 2011 Neue Westfälische
11 - Bünde, Dienstag 06. Dezember 2011


1. Bünder Ehrenpreis