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16.06.2014 NW Bünder Tageblatt


Koch bleibt Bürgermeister

Die größte Unterstützerin:

Wolfgang Koch dankte zuerst seiner Frau Gabriele Westermann-Koch, die ihm während des Wahlkampfs mit Rat und Tat zur Seite stand. Die Erleichterung war bei Bündes erstem Bürger und seiner CDU-Fraktion deutlich zu spüren. FOTOS: THOMAS KLÜTER

Amtsinhaber setzt sich knapp gegen Herausforderer Horst Beck (SPD) durch

VON ANNIKA FALK

Bünde. Es war ein Herzschlag-Finale, das sich gestern Abend im Bünder Rathaus abspielte. Große Anspannung war auf CDU- und SPD-Seite zu spüren, als die Ergebnisse der Stichwahl von Wahlbezirk zu Wahlbezirk ausgezählt wurden. Am Ende war das Ergebnis deutlicher, als viele erwartet hatten: Wolfgang Koch ist alter und neuer Bürgermeister von Bünde.

Die SPD hoffte bei diesem Wahl-Krimi lange. Als die Hälfte der Wahlbezirke ausgezählt war, lag ihr Kandidat Horst Beck mit 51,7 Prozent vorne. Die Wahlhelfer in den Wahllokalen zählten schnell - bei der geringen Wahlbeteiligung von 36,1 Prozent gab es auch nicht sehr viele Stimmzettel auszuzählen. Die Anspannung war bei beiden Lagern zu spüren - 150 Parteifreunde und interessierte Bürger hatten sich im Ratssaal eingefunden. Jeder gewonnene Wahlbezirk wurde lautstark bejubelt. Erst als 15 der 20 Wahlbezirke ausgezählt waren, spürte man Erleichterung bei der CDU - Koch lag vorn. Die Gesichter bei der SPD hingegen wurden länger und länger. Es waren bange Minuten, bis der letzte Wahlbezirk um kurz vor 19 Uhr ausgezählt war und das Ergebnis (52,6 Prozent für Koch) auf der Leinwand erschien. 677 Stimmen mehr als Horst Beck holte Wolfgang Koch. Die ersten Gratulanten waren Ehefrau Gabriele Westermann-Koch und Tochter Julia Sophia. Wenig später folgte der Herausforderer. "Ich hoffe auf eine gute Zusammenarbeit in den nächsten Jahren", sagte Wolfgang Koch zu Horst Beck.
Dem SPD-Mann sah man die Enttäuschung an - viele Stunden und viel Leidenschaft steckte er in seinen Wahlkampf. "Ich bin jetzt zwar urlaubsreif, aber es hat Spaß gemacht und war amüsanter als vor fünf Jahren", sagte der Wahlverlierer, der jetzt erst mal eine Nacht über das Ergebnis schlafen müsse.






Dann wolle er überlegen, ob er weiterhin Fraktionschef der Sozialdemokraten sein möchte. Die Fraktionssitzung ist am Dienstag. Am Mittwoch folgt die interfraktionelle Sitzung, die die konstituierende Ratssitzung am 24. Juni vorbereiten soll.

"Wir haben mit allen Fraktionen - außer der SPD - gesprochen und bei den großen Themen Konsens gesehen", sagte der CDU-Stadtverbandschef Heinz-Georg Beneke. Das gemeinsame Ziel für die kommenden Jahre heißt für alle Kommunalpolitiker in Bünde wohl Haushaltskonsolidierung. "Wir haben im Rat schwierige Mehrheitsverhältnisse", sagte Wolfgang Koch. "Aber ich glaube, dass alle die Ratsarbeit so ernst nehmen, dass sie im Sinne der Menschen der Stadt Bünde entscheiden." Er hoffe - trotz vieler Sticheleien im Wahlkampf - auf eine gute Zusammenarbeit. Der 58-Jährige, der im Wahlkampf stets betont hatte, keinen Plan B zu haben, hatte in dieser Woche noch zwei Angebote bekommen. Falls es doch nicht gereicht hätte. Jetzt freut er sich darauf, sechs weitere Jahre Bürgermeister von Bünde zu sein.

Am meisten hat sich aber wohl Julia Sophia Koch gefreut. Mit Tränen in den Augen jubelte sie über das Ergebnis ihres Vaters. Sie hatte ihn bei den letzten Wahlkampf-Auftritten begleitet. Ihr größter Wunsch war es, dass ihr Papa ihr das Abitur-Zeugnis am Freiherr-Vom-Stein-Gymnasium überreicht. "Das war für mich am Ende die letzte Motivation, die ich gebraucht habe", verriet Wolfgang Koch.

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11 - Bünde, Montag 16. Juni 2014